Erinnerung

20 Jahre Justizhaus: Broschüre zum Jubiläum online

Bereits im Monat März 2019 feierte das Justizhaus in Eupen seinen 20. Geburtstag. Die Redebeiträge der akademischen Sitzung erschienen in einer Broschüre. Laden Sie die Broschüre jetzt runter!

69 Seiten umfasst die Broschüre „20 Jahre Justizhaus“, die als Band 15 in der Schriftenreihe der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens erschienen ist. Sie beinhaltet alle fünf Redebeiträge, die während der akademischen Sitzung am 29. März 2019 im Ministerium gehalten wurden. Das Werk gibt einen guten und informativen Überblick über das Arbeiten und Wirken des Justizhauses innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte – von den Anfängen über die Gegenwart bis zu den Zukunftsaussichten.

Geschichte, Aufgaben, Zukunft

Der Minister für Gesundheit und Soziales, Raumordnung und Wohnungswesen macht in seiner Begrüßung darauf aufmerksam, dass seit der 6. Staatsreform die Gemeinschaften zwar für die organisatorischen und strukturellen Fragen der Justizhäuser zuständig sind, der Föderalstaat aber weiterhin bestimmt, in welchen Fällen eine auftraggebende Gerichts- oder Verwaltungsbehörde auf die Dienste des Justizhauses zurückgreift. Dies sei eine Ausnahme in der belgischen Gesetzgebung, da in der Regel die Teilstaaten in ihren Zuständigkeiten über die vollständige Autonomie verfügen.

Diana Rauw geht als Leiterin des Justizhauses in ihrer Rede vor allem auf die Entwicklung des Eupener Justizhauses in den letzten 20 Jahren ein. Sie betont die Wichtigkeit, der breiten Öffentlichkeit den Sinn und das Ziel der Aufgaben des Justizhauses noch näherzubringen.  Das Justizhaus ist mit immer mehr Aufgaben betraut worden, die nur mit großen Herausforderungen gemeistert werden können. Die Leiterin des Justizhauses erwähnt zudem die wertvolle Zusammenarbeit mit allen verschiedenen Partnern. Sie hebt den persönlichen Einsatz der Mitarbeiter des Justizhauses hervor, die tagtäglich eine anspruchsvolle, verantwortungsbewusste und wichtige Aufgabe im Dienst der ostbelgischen Bevölkerung erledigen. Die Zukunftsaussichten betrachtet Diana Rauw kritisch, ist aber dennoch zuversichtlich.

Verena Reul, Untersuchungsrichterin und Vorsitzende der Bewährungskommission, gibt in ihrem Beitrag interessante Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Justizhaus. Anschaulich erklärt sie etwa, wie eine Bewährung oder eine Arbeitsstrafe verhängt wird und welche Maßnahmen damit einhergehen. Ebenfalls erklärt sie Aufbau und Aufgaben der Bewährungskommission.

Zwei interessante Gastreden

Darüber hinaus sind die Redebeiträge von Dr. Alexia Jonckheere, Forscherin am Nationalen Institut für Kriminalistik und Kriminologie, sowie Frau Birgit Derissen, Fachkoordinatorin des Kompetenzzentrum der Justiz für ambulante Resozialisierung und Opferhilfe in Neunkirchen, in der Broschüre aufgeführt. Erstere geht in ihrer Rede insbesondere auf statistische Aspekte des Justizhauses Eupen ein und vergleicht die Zahlen der letzten Jahre miteinander – auch im Hinblick auf andere Justizhäuser in Belgien. Sie legt ein besonderes Augenmerk darauf, dass die Aktenanzahl in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen ist. Birgit Derissen stellt in ihrer Rede die Arbeit dar, die sie und ihre Mitarbeitenden im Kompetenzzentrum der Justiz für ambulante Resozialisierung und Opferhilfe in Neunkirchen machen. Ihre Arbeit ähnelt in vielen Bereichen der des Justizhauses.