Sorgerecht

Eine Sozialuntersuchung kann für Klarheit sorgen

Nicht jede Beziehung hält bis ans Lebensende. Im Falle einer Trennung ist es umso wichtiger, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Eine Sozialuntersuchung kann im Vorfeld einer gerichtlichen Sorgerechtsentscheidung wichtige Fragen klären.

Trennt sich ein Paar, ist die Folge nicht selten ein unerbittlicher Rosenkrieg samt Sorgerechtsstreit. Insbesondere Kinder leiden in solchen Situationen sehr. Kann keine einvernehmliche Lösung gefunden werden, dann führt der Weg am Familiengericht nicht mehr vorbei. Dort müssen verschiedene Punkte geklärt werden:

  • die Beherbergung der Kinder
  • die Ausübung der elterlichen Rechte
  • das Recht der Großeltern auf eine persönliche Beziehung zu ihren Enkeln

Das Familiengericht trifft in solchen Fällen eine Entscheidung und setzt dabei das Wohl des Kindes an erster Stelle.

Was ist eine Sozialuntersuchung?

Bevor das Familiengericht eine Entscheidung trifft, kann es allerdings eine Sozialuntersuchung anfragen. Diese führt ein Mitarbeiter des Justizhauses durch. So können bereits im Vorfeld einer gerichtlichen Entscheidung wichtige Informationen zu einer bestimmten Familiensituation übermittelt werden. Die Beteiligung an der Sozialuntersuchung ist freiwillig.

Wie ist der Ablauf?

  • Zunächst erhält der Justizassistent Zugang zu der jeweiligen Gerichtsakte, um sich einen Überblick über die Gesamtsituation zu verschaffen.
  • Anschließend lädt er jede Partei zu einem Einzelgespräch ein, in dem Ablauf, Inhalt und Ziel der Sozialuntersuchung besprochen werden.
  • Der Justizassistent bietet jedem Beteiligten die Möglichkeit, seine Sichtweise der Situation und seine Beweggründe darzulegen.

Für das zweite Gespräch wird ein Besuch bei jedem Beteiligten in dessen Wohnung vereinbart. Auch dieses Gespräch ist freiwillig. Hauptsächlich nutzt der Justizassistent diesen Termin:

  • um ein Gespräch allein mit den Kindern zu führen
  • und deren Sichtweise zum Familienkonflikt sowie deren Lösungsgedanken anzuhören.

Zudem kann der Justizassistent auch die neuen Lebensgefährten und andere Bezugspersonen der Kinder treffen. Dazu gehört auch der Kontakt mit der Schule und gewissen Sozialdiensten.

Nach den Gesprächen erstellt der Justizassistent einen Bericht. Dieser legt die unterschiedlichen Sichtweisen, Erwartungen und Lösungsvorschläge der einzelnen Betroffenen dar. Außerdem formuliert der Justizassistent seine Vorschläge zur Lösung des Familienkonflikts, wie beispielsweise einen konkreten Beherbergungsvorschlag.

Und danach?

Sobald der Justizassistent seinen Bericht fertiggestellt hat, schlägt er einen letzten Termin vor. Der Bericht kann dann eingelesen und kommentiert werden. Die Kommentare werden dem Bericht anschließend hinzugefügt. Der Justizassistent hinterlegt den Bericht beim Familiengericht und schließt die Akte im Justizhaus. Die Beteiligten müssen dann aus eigener

Initiative beim Familiengericht einen Sitzungstermin anfragen.